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Was ist eine Risikolebensversicherung und wie funktioniert diese?

In erster Linie geht es bei einer Risikolebensversicherung um den Absicherungsgedanken für Hinterbliebene gegen finanzielle Folgen eines plötzlichen Todesfalls. Versichern können und sollten Sie verschiedene Risiken, wie beispielsweise

  • Ihre Familienangehörigen, für die Sie wirtschaftlich in Verantwortung stehen (z.B. Ehefrau, Kinder)
  • finanzielle Verbindlichkeiten, wie etwa eine Hypothekenfinanzierung oder andere Kreditverpflichtungen.

Eine Risikolebensversicherung (auch unter dem Begriff "Risikoversicherung" bekannt) wird für eine bestimmte Vertragsdauer abgeschlossen. Tritt der Versicherungsfall während der Vertragslaufzeit ein, dann wird die vereinbarte Versicherungssumme an die bezugsberechtigte(n) Person(en) überwiesen. Wurde der Versicherungsvertrag aufgrund von Darlehensverpflichtungen abgetreten, so erhält der Darlehensgeber die entsprechende Auszahlung.

Der Vertrag endet nach Ablauf der vereinbarten Vertragslaufzeit oder mit Eintritt des Versicherungsfalls. Sollte eine Zusatzversicherung bei Berufsunfähigkeit bestehen, dann endet der Vertrag nicht mit Eintritt der Berufsunfähigkeit, sondern mit Ablauf der Vertragslaufzeit oder im Todesfall der versicherten Person.

Mit Ablauf des Vertrages enden alle gegenseitigen Ansprüche. Zwischen dem 18. und dem 60. Lebensjahr kann die Versicherungssumme bis zu 250.000 Euro betragen. Ab dem 61. Lebensjahr ist die Höhe der Versicherungssumme auf 150.000 Euro beschränkt. Bei hohen Versicherungssummen und hohen Eintrittsaltern reicht in der Regel die normale Gesundheitsprüfung nicht aus und erfordert zusätzlich eine ärztliche Untersuchung.

Altersgrenzen in der Risikolebensversicherung

  • Mindesteintrittsalter 18 Jahre
  • Höchsteintrittsalter 70 Jahre
  • Maximale Laufzeit 30 Jahre
  • Vereinbar bis 75 Jahre

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Was wird vom Staat bezahlt? Wie werden die Hinterbliebenen versorgt?

Für verantwortungsbewusste Eltern hat die Sicherheit der Familie Vorrang vor allem anderen. Sie finanziell abzusichern für den Fall der Fälle ist oberste Priorität und die Hinterbliebenenversorgung der gesetzlichen Rentenversicherung stellt keine auch nur annähernd ausreichende Sicherheit dar. Um überhaupt Anspruch auf einen Hinterbliebenenrente zu haben, setzt voraus, dass zuvor mindestens fünf Jahre lang Beiträge geleistet wurden.

So sieht die Hinterbliebenenversorgung der gesetzlichen Rentenversicherung aus:

Große Witwen- / Witwerrente Anspruch besteht nur, wenn Witwe oder Witwer

  • über 45 Jahre oder erwerbsgemindert sind oder ein minderjähriges oder behindertes Kind haben.

In diesen Fällen werden 55 Prozent des Rentenanspruchs des oder der Verstorbenen als Witwen-, bzw. Witwerrente gezahlt.
Der Rentenanspruch erhöht sich auf 60 Prozent, sofern die Eheschließung bereits vor 2002 erfolgt ist und einer der Ehepartner vor 1962 geboren wurde. Hier spricht man dann von Altfällen, für die durch die Rentenreform eine Besitzstandswahrung gilt.

Kleine Witwen- / Witwerrente Die kleine Witwen-, bzw. Witwerrente beläuft sich nur auf 25 Prozent des Rentenanspruchs und wird nur für die Dauer von 24 Monaten gewährt. Auch hier gilt für Altfälle Besitzstandswahrung und das bedeutet, dass eine zeitliche Begrenzung entfällt.

Waisenrente Stirbt ein Elternteil, so erhalten minderjährige Kinder eine Halbwaisenrente in Höhe von 10 Prozent des Rentenanspruchs des oder der Verstorbenen. Sind beide Eltern verstorben, so beträgt die Waisenrente 20 Prozent. Gewährt werden Waisenrenten bis zur Volljährigkeit. Wer sich in Ausbildung befindet, erhält die Waisenrente bis maximal zum 27. Lebensjahr.

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Welche Varianten gibt es bei einer Risikolebensversicherung?

Bei der Ausgestaltung Ihrer Risikolebensversicherung haben Sie verschiedene Möglichkeiten, um den Versicherungsschutz genau Ihren persönlichen Bedürfnissen und Lebensumständen anzupassen.

a) Klassische Risikolebensversicherung Bei der klassischen Vertragsvariante vereinbaren Sie eine feste Vertragslaufzeit und eine feste Versicherungssumme, die idealerweise mindestens das Dreifache Ihres Jahresbruttoeinkommens beträgt. Wenn Sie Kinder haben, dann ist das Fünffache angemessen. Sollte während der Laufzeit der Versicherungsfall eintreten, dann kommt die vereinbarte Versicherungssumme zur Auszahlung und Ihre Familie ist finanziell gut aufgestellt.

b) Risikolebensversicherung mit fallender Todesfallsumme Eine Risikolebensversicherung mit fallender Todesfallsumme wird in der Regel zur Absicherung eines Darlehens verwendet. Sie wird häufig auch als Restschuldversicherung bezeichnet. Ihre Laufzeit wird an die voraussichtliche Dauer der Finanzierung angelehnt und die Versicherungssumme richtet sich nach der Darlehenshöhe. Durch Zahlung von Zins- und Tilgungsraten verringert sich im Laufe der Zeit die Höhe der Verbindlichkeiten und die Restschuldversicherung trägt dem Rechnung durch eine im gleichen Maß fallende Todesfallsumme. Der Vorteil gegenüber einer klassischen Risikolebensversicherung ist der preisgünstigere Beitrag. Auch hier kommt im Versicherungsfall die entsprechende Versicherungssumme zur Auszahlung und wird zur Ablösung der Hypothek verwendet, so dass keinerlei Darlehensverpflichtungen für die Hinterbliebenen mehr bestehen.

c) Risikolebensversicherung auf verbundene Leben Bei einer Risikolebensversicherung auf verbundene Leben werden zwei oder mehrere Personen versichert. Diese Variante wird gewählt, wenn beispielsweise der Ehepartner identisch abgesichert werden soll. Stößt einem der beiden etwas zu, erhält der jeweils Überlebende die Versicherungssumme. Sollten beide beispielsweise durch einen Unfall ums Leben kommen, wird die vereinbarte Versicherungssumme an die Erben ausgezahlt. Da es sich nur um "einen" Vertrag handelt, wird die Versicherungssumme auch nur "einmal" ausgezahlt. Der Vorteil gegenüber zwei eigenständigen Verträgen liegt in der Mischkalkulation, die zu einem Beitragsvorteil führt. Da auch mehr als zwei Personen versichert werden können, wird diese Art der Risikoversicherung immer häufiger auch eingesetzt, um Geschäftspartner gegenseitig vor den finanziellen Risiken eines Todesfalls zu schützen.

d) Risikolebensversicherung mit Beitragsrückerstattung Bisher können Sie die Risikolebensversicherung mit Beitragsrückerstattung nur bei wenigen Anbietern erhalten. Es handelt sich um eine relativ neue Variante, bei der am Ende der Vertragslaufzeit alle eingezahlten Beiträge zurückerstattet werden. Das gilt selbstverständlich nur, wenn der Versicherungsfall nicht eingetreten ist. Um eine Beitragsrückerstattung zu erhalten, wird ein Teil des Beitrags angesammelt und verzinst. Bei Vertragsabschluss können Sie sich für eine kapitalgedeckte oder eine fondsgebundene Anlage entscheiden. Die Risikolebensversicherung mit Beitragsrückerstattung ist gegenüber der reinen Risikoversicherung teurer, da die Rückgewähr des Beitrags über die Laufzeit hinweg angespart wird.

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Warum ist eine Gesundheitsprüfung notwendig und was muss ich dabei beachten?

Der Lebensversicherer möchte sein "Risiko" eines potentiellen neuen Kunden einschätzen und daher wird bei Abschluss eine Gesundheitsprüfung vorgenommen.

In der Regel geschieht das durch schriftlich gestellte Fragen, die vom Neukunden vollständig und wahrheitsgemäß beantwortet werden müssen. Je nach Art und Höhe der Versicherung sind die abgefragten Zeiträume unterschiedlich. Sollten die Antworten in einem oder mehreren Fällen dem Versicherer nicht ausreichen, kann er beim jeweils behandelnden Arzt, Zahnarzt, Heilpraktiker oder Krankenhaus schriftlich nachfragen.

Gemäß dem Versicherungsvertragsgesetz (VVG) muss der Versicherer Sie von einer beabsichtigten Arztanfrage in Kenntnis setzen und Ihnen auch die Gelegenheit zum Widerspruch geben. Selbstverständlich können Sie Ihre Zustimmung verweigern, aber das ist bei einem Versicherungswunsch nicht zu empfehlen, denn in diesem Fall würde der Vertrag nicht zu Stande kommen können.

Wenn Sie die Fragen nicht vollständig und wahrheitsgemäß beantworten, machen Sie sich der vorvertraglichen Anzeigepflichtverletzung schuldig und gefährden Ihren Versicherungsschutz.

Der Gesetzgeber hat dem Versicherer das Recht auf Rücktritt und Anfechtung eingeräumt, wenn der Versicherungskunde bewusst falsche oder unvollständige Angaben zu seinen gesundheitlichen Verhältnissen gemacht hat. Die Folge daraus ist, dass der Versicherer im Versicherungsfall nicht zur Leistung verpflichtet ist.

Achten Sie bei den Gesundheitsangaben unbedingt auf Richtigkeit und Vollständigkeit.

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Welche Beitragszuschläge gibt es bei der Risikolebensversicherung?

Sollte die Gesundheitsprüfung ergeben, dass es sich für den Versicherer um ein für ihn "höheres" Risiko handelt, so kann das in vielen Fällen durch einen Beitragszuschlag mitversichert werden. Die Gründe für einen Beitragszuschlag aufgrund eines höheren Risikos sind zahlreich:

  • Vorerkrankung
    Eine angeschlagene Gesundheit führt in vielen Fällen dazu, dass der begehrte Versicherungsschutz nicht zu den üblichen Konditionen gewährt werden kann. In diesem Fall prüft der Versicherer die Vorerkrankungen genau und wägt ab, ob und in wie weit das erhöhte gesundheitliche Risiko in den Versicherungsschutz mit eingeschlossen werden kann. Wenn das Risiko gegen einen Beitragszuschlag nicht mitversichert werden kann, erfolgt eine Ablehnung.
  • Übergewicht
    Auch Übergewicht gilt als erhöhtes Risiko und daher fragt der Versicherer sowohl nach Ihrem Gewicht als auch nach Ihrer Körpergröße. Beurteilt wird heute nach dem sogenannten "BMI-Wert". BMI steht für Body Mass Index, der das Gewicht im Verhältnis zur Körpergröße berechnet und darüber entscheidet, ob dieser für den Versicherer ein erhöhtes Risiko darstellt oder nicht.
    Die meisten Versicherer setzen die zuschlagspflichtige Grenze bei einem BMI-Wert von 30 an. Einige wenige Gesellschaften sehen für sich bereits ab einem BMI-Wert von 27 die Notwendigkeit, einen Beitragszuschlag zu verlangen.
  • Riskante Berufe
    Die Versicherer haben die unterschiedlichen Berufe in verschiedene Risikogruppen eingeteilt. In der preisgünstigsten Gruppe A sind beispielsweise Akademiker und kaufmännische Berufe angesiedelt. Zur Gruppe B gehören eher technische Berufe und in Gruppe C findet man die risikoreichsten Tätigkeiten, zu denen auch Sprengmeister und Bergführer zählen. Die Beitragsunterschiede zwischen Gruppe A und Gruppe C können bis zu 400! Prozent betragen.
    Je risikoreicher die berufliche Tätigkeit vom Versicherer eingestuft wird, desto höher ist der Beitrag. Da die Einstufung nicht brancheneinheitlich erfolgt, sondern individuell vom Versicherer abhängig ist, sollten Sie immer mehrere Anbieter und Angebote vergleichen.
  • Riskante Hobbys oder Sportarten
    Auch wenn Sie einem riskanten Hobby nachgehen oder eine risikoreiche Sportart ausüben, müssen Sie mit einem Beitragszuschlag rechnen. Trotzdem gibt es Versicherer, die auch Risikosportlern preiswerten Versicherungsschutz bieten können. Bei Online-Vergleichsrechnern ist es in der Regel möglich, anzugeben, ob und welche Risikosportart ausgeübt wird. Laut der Zeitschrift Finanztest können Risikosportler vor allem bei Direktversicherern preiswerten Versicherungsschutz erhalten.

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Wie werden Nichtraucher und Raucher in der Risikolebensversicherung behandelt?

„Rauchen kann tödlich sein“. Dieser Hinweis steht bereits seit Oktober 2003 auf der Packung. Auch der Risikolebensversicherer ist sich der erhöhten Gefahr durch Nikotingenuss bewusst und lässt sich das durch einen Risikozuschlag vergüten, der den Beitrag, je nach Gesellschaft, auch schon mal auf das 2,5-fache katapultiert.

Die Versicherer fragen beim Angebot, spätestens bei der Antragstellung, ob Sie rauchen oder nicht. Um als Nichtraucher im Sinne der Versicherungsbedingungen zu gelten, dürfen Sie in den vergangenen zwölf Monaten vor Antragstellung kein Nikotin aktiv zu sich genommen haben. Das bedeutet, weder durch Zigaretten, Zigarren, Zigarillos, Pfeife, usw. noch in anderer Form.

Wenn Sie die Frage nach dem Nikotingenuss bei Antragstellung nicht wahrheitsgemäß beantworten, riskieren Sie im Versicherungsfall den Versicherungsschutz.

Wird ein Nichtraucher nach Vertragsabschluss zum Raucher, muss er seinen Versicherer umgehend davon in Kenntnis setzen. Der Beitrag erhöht sich nach Zugang der Meldung ab dem folgenden Monatsersten, da der Vorteil des Nichtraucher-Tarifs entfällt. Umgekehrt kann der versicherte Raucher mittels Nichtraucher-Erklärung beantragen, dass sein Tarif umgestellt wird, wenn er 12 Monate lang kein Nikotin zu sich genommen hat. Ist die Versicherungssumme höher als 375.000 Euro, muss der Nachweis durch einen Nikotin-Test erfolgen.

Bei manchen Versicherern umfasst der abgefragte Zeitraum, in dem kein Nikotin konsumiert wurde, sogar 24 Monate.

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Mit welchen Zusatzversicherungen kann ich meine Risikolebensversicherung erweitern?

Sie können Ihre Risikolebensversicherung durch Zusatzversicherungen erweitern. Die Möglichkeiten sind begrenzt, aber sinnvoll!

a) BUZ – Beitragsbefreiung und BU-Rente
Die Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) ist eine äußerst sinnvolle Ergänzung für alle Berufstätigen. Der Gesetzgeber hat sich aus dem Berufsschutz schon lange zurückgezogen und im Falle einer Erwerbsminderung entstehen in der Regel hohe Versorgungslücken, die durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung sogar vollständig geschlossen werden können.

Die BUZ gibt es prinzipiell in zwei Varianten:

  • Beitragsbefreiung
    Wählen Sie die Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit, dann wird die Risikolebensversicherung beitragsfrei fortgeführt, sofern Sie aufgrund einer festgestellten Berufsunfähigkeit Ihre Tätigkeit nicht mehr ausüben können.
  • Berufsunfähigkeitsrente
    Bei weitem sinnvoller ist es zusätzlich zur Beitragsbefreiung die Zahlung einer Berufsunfähigkeitsrente zu vereinbaren. Dadurch können Sie die Versorgungslücke schließen, die durch eine Berufsunfähigkeit entsteht und so die finanziellen Folgen mindern.

(Interessanterweise nutzen viele die Risikolebensversicherung als Träger für den begehrten Berufsunfähigkeitsschutz.)

UZV – Unfallzusatzversicherung
Bei der Unfallzusatzversicherung handelt es sich um eine spezielle Mehrleistung, die Bezugsberechtigte erhalten, wenn Sie als Versicherter einen Unfall mit tödlichem Ausgang erleiden. Dabei erhöht sich die Versicherungssumme je nach Tarif um das zwei- oder sogar dreifache. Bei vielen Risikolebensversicherern kann in den Vertragsklauseln vereinbart sein, dass auch dann eine Leistung aus der Zusatzversicherung erfolgt, wenn Sie nicht unmittelbar aufgrund des Unfalls, sondern an dessen Folgen innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten versterben.

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Kann ich eine Risikolebensversicherung umtauschen? Welche Vorteile und Nachteile gibt es?

Eine Risikolebensversicherung ist wandlungsfähig. Die Anbieter sind immer bestrebt, Ihr Geld im eigenen Hause zu halten und daher bieten sie Ihnen an, Ihre Risikolebensversicherung in eine kapitalbildende Lebensversicherung umzutauschen. Ob für Sie die Vorteile überwiegen oder Ihnen die Nachteile zu groß erscheinen, dürfen Sie selbst entscheiden.

Vorteile bei Umtausch
Der Umtausch erfolgt ohne eine erneute Gesundheitsprüfung. Das gilt auch dann, wenn sich Ihre gesundheitlichen Verhältnisse verschlechtert haben oder Sie bereits erkrankt sind. In diesem Fall muss der Umtausch innerhalb der ersten neun Monate nach Vertragsbeginn schriftlich erklärt werden. Wenn Sie erst später, aber innerhalb eines Zeitraums von maximal zehn Jahren Ihre Risikolebensversicherung umtauschen möchten, dann kann die Laufzeit der kapitalbildenden Versicherung die der Risikoversicherung nicht übersteigen.

Nachteile bei Umtausch
Da bei einer Risikolebensversicherung der Todesfallschutz im Vordergrund steht und die Höhe des Beitrags einer Kapitallebensversicherung davon abhängig ist, kommt es bei einem Umtausch in der Regel zu einer Reduzierung der Todesfallsumme. Bei finanziellen Engpässen, können Lebensversicherungen vorübergehend stillgelegt werden und gerade bei Kapitallebensversicherungen geschieht das aufgrund der hohen Beitragsbelastung durchaus häufiger. Dadurch ruht aber auch der wertvolle Todesfallschutz und das Sicherheitsnetz für Ihre Familie ist nicht mehr aufgespannt.

Wenn der Umtausch von Renditegedanken im Hinblick auf die private Altersvorsorge motiviert ist, dann gibt eine garantierte Verzinsung in Höhe von derzeit 1,75 Prozent und die Sicherheit, die spätere Auszahlung versteuern zu müssen, nicht wirklich Anlass zu Freude. Sie werden sicherlich eine lukrativere Möglichkeit finden können, für später vorzusorgen.

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Was bedeutet die Nachversicherungsgarantie in der Risikolebensversicherung?

Die meisten Versicherer bieten Ihnen als Kunden umfangreiche Nachversicherungsgarantien an. Dabei handelt es sich um die Möglichkeit, Ihren Versicherungsschutz an Veränderungen Ihrer Lebensumstände anzupassen. Das Besondere dabei ist, dass Sie den bestehenden Todesfallschutz erhöhen können » und zwar ohne! eine erneute Gesundheitsprüfung. Tolle Sache, oder ;-) ?

Aufgrund der Nachversicherungsgarantie haben Sie Anspruch auf eine Erhöhung Ihres Versicherungsschutzes bei:

  • Berufsstart: Nach Abschluss einer Berufsausbildung (Lehre) oder nach Erhalt eines akademischen Grades und erstmaligem Einstieg in den Beruf, kann sich der Versicherungsbedarf erhöhen.
  • Selbständigkeit: Die Aufnahme einer selbständigen oder freiberuflichen Tätigkeit führt zu einem erweiterten Versorgungsbedarf.
  • Heirat: Durch Heirat können Unterhaltsverpflichtungen entstehen und den Versicherungsbedarf erhöhen.
  • Geburt: Durch Geburt / Adoption entstehen Unterhaltsverpflichtungen, die zu einem höheren Versorgungsbedarf führen.
  • Immobilie: Der Kauf von Wohnungseigentum führt durch die entstehenden Darlehensverpflichtungen zu einem erweiterten Bedarf.

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Wie kann ich eine Dynamik (Schutz vor Inflation) in der Risikolebensversicherung vereinbaren?

Schutz vor Inflation bietet die so genannte Dynamik. Durch die Vereinbarung einer Dynamik stellen Sie sicher, dass die Kaufkraft Ihrer Versicherungsleistung erhalten bleibt. Das erreichen Sie durch regelmäßige Erhöhung von Leistung und Beitrag. Der Vorteil einer Dynamik ist eine schrittweise Anhebung Ihres Versicherungsschutzes, ohne dass der Versicherer eine erneute Gesundheitsprüfung fordert. Dadurch kann selbst bei einer Verschlechterung der gesundheitlichen Verhältnisse der Versicherungsschutz regelmäßig erweitert werden und sich damit auch an einen steigenden Versorgungsbedarf anpassen.

Unterschieden wird bei der Dynamikart zwischen einer Leistungsdynamik, bei der sich die Versicherungssumme in einem bestimmten Maß erhöht und der Beitragsdynamik, bei der der Beitrag die Berechnungsgrundlage für eine Erhöhung ist.

(Wird zur Dynamikberechnung die Versicherungssumme als Grundlage gewählt und um beispielsweise fünf Prozent erhöht, so führt das zu einer Beitragserhöhung, die über fünf Prozent liegt. Wird der Beitrag als Berechnungsgrundlage für die Dynamik herangezogen und um fünf Prozent erhöht, so wird die Anpassung der Versicherungssumme unter fünf Prozent liegen.)

Für die Dynamik können bei Abschluss drei verschiedene Erhöhungsmaßstäbe vereinbart werden:

  • Dynamik entsprechend der Entwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung
    Hier orientiert sich die Dynamik an der Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung. Die Anhebung erfolgt dann im gleichen prozentualen Verhältnis.
  • Lineare Dynamik mit festem Prozentsatz
    Hier erfolgt die Anhebung zu einem festen bei Abschluss gewählten Prozentsatz, der sich grundsätzlich am Anfangsbeitrag oder der Anfangsversicherungssumme orientiert.
  • Progressive Dynamik mit festem Prozentsatz
    Hier erhöht sich die Leistung und der Beitrag ebenfalls um einen festen vorher vereinbarten Prozentsatz, allerdings orientiert sich dieser immer am Beitrag oder der Versicherungssumme des Vorjahres. Die Erhöhung steigt also im Laufe der Zeit in einem anderen, sehr viel stärkeren Verhältnis als bei der linearen Dynamik.

Dynamik aussetzen
Bei der Dynamik handelt es sich um eine planmäßige Erhöhung, die in regelmäßigen Abständen erfolgt. Dennoch haben Sie die Möglichkeit der Dynamik zu widersprechen. Ihr Widerspruch muss schriftlich innerhalb von sechs Wochen nach Zugang der Anpassungsmitteilung erfolgen, um fristgerecht zu sein.

Sie können die Dynamik sogar zweimal hintereinander aussetzen, ohne dass die Regelung erlischt.

Sollten Sie aber auch im dritten Jahr der Dynamik widersprechen, dann erlischt sie unwiderruflich. Die Versicherungssumme sowie der Beitrag bleiben dann bis zum Ende der Vertragslaufzeit auf gleichem Niveau und verändern sich nicht mehr.

Um ein Erlöschen der Dynamik zu umgehen, genügt es, wenn Sie jedes dritte Jahr der planmäßigen Erhöhung zustimmen.

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Wie werden Beiträge oder Auszahlungen einer Risikolebensversicherung besteuert?

Versicherungsbeiträge und Auszahlungen unterliegen auch einer steuerlichen Behandlung. Daher werden wir uns jetzt genau ansehen, welche steuerlichen Möglichkeiten auf Sie während der Beitragszahlung warten und auf was Sie im Leistungsfall besonders achten müssen.

a) Während der Beitragszahlung
Die Beiträge einer Risikolebensversicherung gehören neben anderen Versicherungsbeiträgen zu den Vorsorgeaufwendungen und sind im Rahmen der Sonderausgaben steuerlich absetzbar. Seit dem in Kraft treten des Bürgerentlastungsgesetzes sind Versicherungsbeiträge in einem viel höheren Maß in der Steuererklärung geltend zu machen, als das früher der Fall war. Allerdings gibt es auch weiterhin Höchstgrenzen. Aufgrund von Arbeitgeberbeteiligung an den Sozialversicherungsbeiträgen sind die berücksichtigungsfähigen Beiträge bei Angestellten entsprechend niedriger als bei Selbständige und Freiberuflern.

Höchstgrenzen der Berufsgruppen in der Risikolebensversicherung

  • Angestellte 1.900 Euro
  • Selbständige 2.800 Euro
  • Freiberufler 2.800 Euro

b) Im Leistungsfall
Versicherungsleistungen sind nicht grundsätzlich steuerfrei. Ob eine Besteuerung erfolgt und in welchem Maß sie ausfällt, ist vor allem von der Art und der Höhe der Zahlung abhängig.

  • Todesfallsumme
    Die Todesfall-Leistung ist prinzipiell einkommensteuer- und abgeltungssteuerfrei, da es sich um einen Auszahlung handelt, die nur im Versicherungsfall erfolgt.
    Allerdings unterliegt die Auszahlung der Erbschaftssteuer. Bei Ehepartnern und bezugsberechtigten Kindern gibt es hohe Freibeträge und daher wird sich auch die Erbschaftssteuer hier nur in den seltensten Fällen auswirken. Anders ist das bei nicht ehelichen Lebensgemeinschaften oder wenn Enkel bezugsberechtigt werden. Je entfernter der Verwandtschaftsgrad, desto höher ist die Erbschaftssteuer. Gleichzeitig verringert sich auch der jeweils gültige Freibetrag.
  • Berufsunfähigkeitsrente
    Einkünfte aus einer Berufsunfähigkeitsrente, die Sie aufgrund Ihrer Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) erhalten, sind steuerpflichtig. Allerdings wird nicht die gesamte Rente besteuert, sondern lediglich der so genannte Ertragsanteil. Die Höhe des Ertragsanteils einer BU-Rente ist abhängig vom Alter bei Rentenbeginn und verbleibenden Leistungsdauer. Dabei gilt, dass der Ertragsanteil höher ist, je früher die Rente bezogen wird und je länger die vereinbarte Rentenbezugszeit ist.
    Als Faustformel gilt: Pro Rentenbezugsjahr erhöht sich der Ertragsanteil um ein Prozent.

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Wie kann ich eine Risikolebensversicherung kündigen oder den Beitrag aussetzen (Beitragsfreistellung)?

Von Versicherungen wird grundsätzlich behauptet, man binde sich auf Jahre hinaus und eine Veränderung oder sogar die Beendigung des Vertragsverhältnisses sei nur in Einzelfällen möglich und immer mit finanziellen Verlusten verbunden.
Bei der Risikolebensversicherung trifft das definitiv nicht zu. Im Gegenteil:

Kündigung
Unabhängig von der vereinbarten Laufzeit können Sie eine Risikolebensversicherung immer zum Ende eines jeden Versicherungsjahres kündigen. Haben Sie sich bei der Beitragszahlung für eine unterjährige (z.B. monatliche) Zahlungsweise entschieden, dann ist die Kündigung auch zum Ende eines Beitragszahlungsabschnitts möglich.

Die Kündigungsfrist beträgt einen Monat und muss in jedem Fall schriftlich erfolgen.

(Hinweis: Sollten Sie Ihre Risikolebensversicherung mit einer Berufsunfähigkeitsabsicherung gekoppelt haben, dann verlieren Sie bei Kündigung auch den Anspruch auf die Zahlung einer Berufsunfähigkeitsrente.)

Beitragsfreistellung
Wenn Sie vorübergehend in eine finanzielle Notlage geraten, können Sie mit der Beitragszahlung für die Risikolebensversicherung auch aussetzen. Der Vorteil einer Beitragsfreistellung gegenüber einer Kündigung besteht darin, dass auch während dieser Zeit die Absicherung der Familie zu einem gewissen Grad erhalten bleibt. Der Versicherer errechnet aus den bisher gezahlten Beiträgen und den vorhandenen Überschüssen eine neue, geringere Todesfallsumme.

(Hinweis: Von einer Beitragsfreistellung sind auch eventuell vereinbarte Zusatzversicherungen, wie beispielsweise die Zahlung einer Berufsunfähigkeitsrente betroffen.)

Download kostenlos: Adressen der Risikolebensversicherer

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Ich hoffe, ich habe nichts vergessen und Sie konnten von einigen Informationen profitieren. Natürlich kann ich keine Gewähr übernehmen ;-) Wenn Ihnen etwas fehlt, benachrichtigen Sie mich bitte. Meine Kontaktangaben finden Sie im Impressum.
Thomas Nissen